T.I.P GmbH

1. Drahtseile

Betriebsanleitung für Anschlagseile aus Stahldrähten

Diese Betriebsanleitung muss für den Benutzer jederzeit einsehbar sein!

Anschlagseile dürfen nur von beauftragten und unterwiesenen Personen verwendet werden.

Beim Gebrauch sind zu beachten:

  • die UVV BGV D6 (VBG 9) “Krane”
  • die UVV VBG 9 a “Lastaufnahmeeinrichtungen im Hebezeugbetrieb” und deren Durchführungsanweisungen
  • der “Sicherheitslehrbrief für Anschläger” ZH 1/103 a
  • BG-Merkblatt “Anschlag-Drahtseile” ZH 1/325, und die DIN 3088

Vor jeder Inbetriebnahme müssen Anschlagseile durch sorgfältige Sichtkontrolle auf Schäden und Einsatzsicherheit überprüft werden. Nicht jede Anschlagart ist für jeden Lastentransport geeignet. Die Eignung ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen.

Bei mehrsträngigen Anschlagmitteln dürfen nur 2 Stränge als tragend angenommen werden, wenn nicht sichergestellt ist, dass sich die Last auf weitere Stränge verteilt. Die zulässige Tragfähigkeit, die bei einsträngigen Stahldraht-Anschlagseilen auf den Pressungen und bei mehrsträngigen auf dem Anhänger eingeschlagen ist, darf nicht überschritten werden. Stahldraht-Anschlagseile ohne Tragfähigkeitsangabe auf Pressung bzw. ohne Anhänger dürfen nicht verwendet werden.

Der Seilnenndurchmesser von Stahldraht-Anschlagseilen muss mindestens 8 mm betragen.

Stahldraht-Anschlagseile können in einem Temperaturbereich von -60°C bis +100°C mit 100% der Tragfähigkeit eingesetzt werden. Für Temperaturen über 100°C gibt die nachfolgende Tabelle in Abhängigkeit von der Seilendverbindung und Seileinlage die verbleibende Tragfähigkeit in % an:

Seilend-
verbindung
Drahtseil-
einlage
Oberflächen-
temperatur des Seils in °C
Trag-
fähigkeit
Alupressklemme Faser -60°C bis +100°C 100%
Alupressklemme Stahl -60°C bis +150°C 100%
Spleiß Faser -60°C bis +100°C 100%
Spleiß Stahl -60°C bis +250°C 100%
Spleiß Stahl +250°C bis +400°C  75%
Flämisches Auge Stahl -60°C bis +250°C 100%
Flämisches Auge Stahl +250°C bis +400°C  75%
  •  Stahldraht-Anschlagseile dürfen nicht direkt über scharfe Kanten von Lasten (Kantenradius kleiner als der Seildurchmesser) gespannt oder gezogen und auch nicht geknotet werden !
  • Seile an Presshülsen nicht abknicken!
  • Seile und Buchten oder Schleifen nicht unter Last ausziehen!
  • Neigungswinkel über 60° sind nicht zulässig!
  • Lasten nicht auf Seilen absetzen, wenn die Seile dabei beschädigt werden können!
  • Werden die Seile mehrmals um eine Last geschlungen, müssen die Windungen dicht nebeneinander liegen und dürfen sich nicht kreuzen!
  • Der Öffnungswinkel der Endschlaufe darf 50° nicht überschreiten!
  • Umschnürungen von Lasten dürfen nicht zum Anschlagen benutzt werden. Es dürfen nur geeignete und ausreichend dimensionierte Anschlagstellen benutzt werden!
  • Aufhängeringe, Kauschen und Seilösen der Anschlagseile müssen auf dem Kranhaken frei beweglich sein!
  • Stahldraht-Anschlagseile dürfen nicht in Säure-, Laugen- oder anderen chemischen Bädern benutzt werden!
  • Zur Pflege und Wartung gehört nicht nur das Reinigen, sondern auch, falls für den sicheren, verschleißarmen Betrieb erforderlich, das Einfetten der Seile!

Endlos gelegte Grummets aus Stahldrahtseilen dürfen zum Anschlagen nicht an der mit roter Farbe markierten Stelle am Kranhaken aufgehängt werden. Die rote Stelle muss sich immer in der freien Länge befinden. Sie markiert den Punkt, an dem die innenliegenden Enden der Einlage zusammenstoßen.

Handgespleißte Stahldraht-Anschlagseile dürfen nicht einzeln benutzt werden, da die Gefahr besteht, dass die Spleiße sich unter Last aufdrehen!

Vor jedem Gebrauch, sind Anschlagmittel auf offensichtliche Mängel zu überprüfen. Eine gründliche Kontrolle auf Schäden oder Abnutzung soll von einem Sachkundigen in geeigneten Abständen, jedoch spätestens nach einem Jahr erfolgen. Instandsetzungen dürfen nur durch Sachkundige vorgenommen werden und müssen dokumentiert werden.

Bei Feststellung folgender Schäden sind die Stahldraht-Anschlagseile der Benutzung zu entziehen:

  • Bruch einer Litze
  • Lockerung der äußeren Lage in der freien Länge
  • Quetschungen in der freien Länge
  • Quetschungen im Auflagenbereich der Öse mit mehr als 4 Drahtbrüchen bei Litzenseilen oder mehr als 10 Drahtbrüchen bei Kabelschlagseilen
  • Knicke und Kinken (Klanken) und Korrosionsnarben
  • Beschädigung oder starker Verschleiß der Seilendverbindung
  • Drahtbrüche in großer Zahl. Diese liegt vor, wenn nachstehend genannte Anzahl von Drahtbrüchen festgestellt wird:
Seilart Anzahl sichtbarer Drahtbrüche auf einer Länge von:
3 x d 6 x d 30 x d
Litzenseil 4 6 16
Kabelschlagseil 10 15 40

Diese Zahlen gelten als äußerste Grenzwerte. Es dient der Sicherheit, wenn die Seile schon vor Erreichen dieser Drahtbruchzahlen der Benutzung entzogen werden.

  • wenn Beschlag- und Zubehörteile mechanisch beschädigt (z.B. durch Quetschung, Einkerbung, Rißbildung) oder deformiert wurden (z.B. durch Verbiegen, Verdrehen oder Eindrücken) oder
  • wenn Sicherungen nicht mehr funktionieren
  • wenn bei Ösen, Bolzen, Bügeln o.ä. von Schäkeln und Haken der Querschnitt um mehr als 5% abgenommen hat
  • wenn Haken um mehr als 10% aufgeweitet wurden

 

A) Anschlagseile für die Industrie 6×36+1FE 1960 N/mm² EN 13414-1

Tragfähigkeitstabelle

einsträngiges
Anschlagseil
zweisträngiges
Anschlagseil
zweisträngiges
Anschlagseil
drei-und viersträngiges
Anschlagseil
drei-und viersträngiges
Anschlagseil
Endlosseil
Neigungswinkel 0° bis 45° über 45° bis 60° 0° bis 45° über 45° bis 60°
direkt direkt direkt direkt direkt geschnürt
Seildurchmesser
mm
WLL in t WLL in t WLL in t WLL in t WLL in t WLL in t
8 0,70 0,95 0,70 1,50 1,05 1,10
9 0,85 1,20 0,85 1,80 1,30 1,40
10 1,05 1,50 1,05 2,25 1,60 1,70
11 1,30 1,80 1,30 2,70 1,95 2,12
12 1,55 2,12 1,55 3,30 2,30 2,50
13 1,80 2,50 1,80 3,85 2,70 2,90
14 2,12 3,00 2,12 4,35 3,15 3,30
16 2,70 3,85 2,70 5,65 4,20 4,35
18 3,40 4,80 3,40 7,20 5,20 5,65
20 4,35 6,00 4,35 9,00 6,50 6,90
22 5,20 7,20 5,20 11,00 7,80 8,40
24 6,30 8,80 6,30 13,50 9,40 10,00
26 7,20 10,00 7,20 15,00 11,00 11,80
28 8,40 11,80 8,40 18,00 12,50 13,50
32 11,00 15,00 11,00 23,50 16,50 18,00
36 14,00 19,00 14,00 29,00 21,00 22,50
40 17,00 23,50 17,00 36,00 26,00 28,00
44 21,00 29,00 21,00 44,00 31,50 33,50
48 25,00 35,00 25,00 52,00 37,00 40,00
52 29,00 40,00 29,00 62,00 44,00 47,00
56 33,50 47,00 33,50 71,00 50,00 54,00
60 39,00 54,00 39,00 81,00 58,00 63,00
Faktor KL 1 1,4 1 2,1 1,5 1,6

 

B) Anschlagseile für die Industrie 6×36+1SE 1960 N/mm² EN 13414-1

Tragfähigkeitstabelle

einsträngiges
Anschlagseil
zweisträngiges
Anschlagseil
zweisträngiges
Anschlagseil
drei-und viersträngiges
Anschlagseil
drei-und viersträngiges
Anschlagseil
Endlosseil
Neigungswinkel 0° bis 45° über 45° bis 60° 0° bis 45° über 45° bis 60°
direkt direkt direkt direkt direkt geschnürt
Seildurchmesser
mm
WLL in t WLL in t WLL in t WLL in t WLL in t WLL in t
8 0,75 1,05 0,75 1,55 1,10 1,20
9 0,95 1,30 0,95 2,00 1,40 1,50
10 1,15 1,60 1,15 2,40 1,70 1,85
11 1,40 2,00 1,40 3,00 2,12 2,25
12 1,70 2,30 1,70 3,55 2,50 2,70
13 2,00 2,80 2,00 4,15 3,00 3,15
14 2,25 3,15 2,25 4,80 3,40 3,70
16 3,00 4,20 3,00 6,30 4,50 4,80
18 3,70 5,20 3,70 7,80 5,65 6,00
20 4,60 6,50 4,60 9,80 6,90 7,35
22 5,65 7,80 5,65 11,80 8,40 9,00
24 6,70 9,40 6,70 14,00 10,00 10,60
26 7,80 11,00 7,80 16,50 11,50 12,50
28 9,00 12,50 9,00 19,00 13,50 14,50
32 11,80 16,50 11,80 25,00 17,50 19,00
36 15,00 21,00 15,00 31,50 22,50 23,50
40 18,50 26,00 18,50 39,00 28,00 30,00
44 22,50 31,50 22,50 47,00 33,50 36,00
48 26,00 37,00 26,00 55,00 40,00 42,00
52 31,50 44,00 31,50 66,00 47,00 50,00
56 36,00 50,00 36,00 76,00 54,00 58,00
60 42,00 58,00 42,00 88,00 63,00 67,00
Faktor KL 1 1,4 1 2,1 1,5 1,6

 

C) Anschlagseile und Gehänge – Formen

verzinkte Anschlagseile und Gehänge nach DIN EN 13414-1 mit unterschiedlichem Zubehör

Formen:

  • 1-strg. Auge – Auge
  • 1-strg. Auge – Kausche
  • 1-strg. Kausche – Kausche
  • 1-strg. Ring, Kausche – Kausche
  • 2-strg. Ring, Kauschen – Augen
  • 2-strg. Ring, Kauschen – Kauschen
  • 3-strg. Ring, Kauschen – Augen
  • 3-strg. Ring, Kauschen – Kauschen
  • 4-strg. Ring, Kauschen – Augen
  • 4-strg. Ring, Kauschen – Kauschen

Zubehör:

  • Kette nach DIN EN 818-2
  • Ösenhaken mit Sicherung
  • Ösenhaken selbstschließend
  • Wirbelhaken selbstschließend
  • Gießereihaken / Containerhaken
  • Anschlagpunkte
  • Aufhängeringe
  • Sonderaufhängering
  • Verbindungsglieder
  • geschweifte Schäkel
  • gerade Schäkel
  • Ballenhaken / Baustahlmattenhaken

Voraussetzungen und Berechnungen für Anschlagseile und Drahtseilgehänge

  1. Die oben angegebenen Tragfähigkeitstabellen und sind mit dem Sicherheitsfaktor 5 errechnet worden – nach DIN EN 13414-1.
  2. Zur Zeit werden Seile mit den Nennfestigkeiten 1770 oder 1960 verwendet. Dabei gilt, dass die Tragfähigkeit (auch für Seile 1960) immer auf Basis 1770 errechnet wird.
  3. Berechnung von Drahtseilen:

a) 1-strang

WLL = \frac{Fmin  x  Kt}{Zp  x  g}

Fmin = Mindestbruchkraft (MBK) des Seils in kN

Kt = Faktor, bei gepresst 0,9, gespleisst 0,8

Zp = Sicherheitsfaktor (hier 5)

g = Verhältnisfaktor mit dem Wert 9,80665

Beispiel: Anschlagseil 20 mm Ø 6×36+1FE 1960 N/mm², beiderseits gepresste Augen

WLL = \frac{Fmin=234 kN  x  Kt=0,9 = 210,6}{Zp=5  x  g=9,80665=49,03}     = 4,295 : 0,980665 = 4,379 t (gerundet 4,35 t)

b) Mehrstrang

Die Tragfähigkeit bei einem 2-4 strängigen Anschlagseil mit gleichen Strängen und gleichen Neigungswinkeln, ist wie folgt zu berechnen:

WLL = \frac{FminxKtxKl}{Zpxg}

Fmin = Mindestbruchkraft (MBK) des Seils in kN

Kt = Faktor, bei gepresst 0,9, gespleisst 0,8

Zp = Sicherheitsfaktor (hier 5)

g = Verhältnisfaktor mit dem Wert 9,80665

Kl = Faktor für Zahl der Stränge und Neigungswinkel für 2-strg: 0-45° = 1,4  / 45°-60° = 1

für 3- und 4-strang: 0-45° = 2,1  /  45° – 60° = 1,5

Beispiel: 2-strg. Anschlagseil 14 mm Ø 6×36+1FE 1960 N/mm², einerseits Ring in Kauschen verpresst, andererseits Kauschen, Schenkellänge 2 m

WLL = \frac{Fmin=114kNxKt=0,9xKl=1,4(1)= 143,64 (102,6)}{Zp=5xg=9,80665=49,03}    = 2,93 : 0,980665   (2,09:0,980665)

0-45°: 2,987 gerundet 3 t

45°-60°: 2,131 gerundet 2,12 t

Beispiel: 4-strg. Anschlagseil 32 mm Ø 6×36+1Fe 1960 N/mm², einerseits 3-teiliger Ring in Kauschen verpresst, andererseits in Kauschen gepresste Ösenhaken, Schenkellänge 5 m

WLL = \frac{Fmin=598kNxKt=0,9xKl=2,1(1,5)= 1130,22 (807,3)}{Zp=5xg=9,80665=49,03}    = 23,05 (16,465) : 0,980665

0-45°: 23,506 gerundet 23,5 t

45°-60°: 16,784 gerundet 16,5 t

Wird bei einem Anschlagseil (ein- oder mehrsträngig) ein Beschlag wie Ring, Haken usw. verwendet, so muss immer mit einer Kausche verpresst oder gespleisst werden

c) Endlos verpresste Anschlagseile

Das Endlosseil wird, nach dem eine entsprechende Länge gewählt wurde, zu einem Kreis gelegt. Die Enden müssen so weit überlappen, das die entsprechenden 2 Pressklemmen nicht weniger als das 3-fache (nach dem Verpressen) des Durchmessers von einander entfernt sind.

Die WLL in Tonnen ist wie folgt zu berechnen:

WLL = \frac{Fminx2x0,9}{Zpxg}   = ….. x 0,8

Dabei sind die Werte für Fmin, Zp und g unter Punkt a) beschrieben, wobei bei Fmin von der Tabelle 1.1 und 1.2 auszugehen ist.

Beispiel: Endlos-Anschlagseil 16 mm Ø 6×36+1SE 1960 N/mm², 6 m Umfang

WLL = \frac{Fmin=161kNx2x0,9=289,80}{Zp=5xg=9,80665= 49,03}   = 5,91 x 0,8 = 4,728 : 0,980665 = 4,8217 t

gerundet 4,80 t

Bei der obigen Berechnung sind wir von einem Einsatz des Endlosseils im Schnürgang ausgegangen.

Kennzeichnung von ein- und mehrsträngigen Anschlagseilen:

1-strängig ohne Zubehör und Endlosseile in der Verpressung

1-strängig mit Zubehör und mehrsträngige mit ovaler Plakette

Die Kennzeichnung muss folgendes enthalten:

a) den Hersteller

b) Anschlagseil und Prüfbescheinigung müssen zugeordnet werden können

c) die Tragfähigkeit (WLL)

d) CE Kennzeichen mit Nummer

e) Datum der Herstellung (Monat / Jahr)

 

Allgemeine Hinweise

Alle Anschlagseile sind lesbar und dauerhaft mit den vorstehenden Informationen (a-e) zu kennzeichnen.

Prüfungen und Reparaturen von Anschlagseilen nur durch ausgebildete Personen und dies spätestens nach einem Jahr.

1- oder mehrsträngige Anschlagseile ohne oder mit unleserlichem Kennzeichnungsanhänger dürfen nicht verwendet werden. Beim Anschlagen muss darauf geachtet werden, dass der Neigungswinkel eines Stranges nicht grösser als 60° ist.

Werden bei mehrsträngigen Anschlagseilen ein Strang oder mehrere Stränge nicht benutzt, so ist darauf zu achten, dass die unbenutzten Stränge im Aufhängering eingehängt werden. Die Tragfähigkeit ist in diesem Fall natürlich entsprechend herabzusetzen.

 

1.1.1 Grummets und Kabelschlag – Anschlagseile

Anforderungen

Ein Kabelschlag-Grummet wird aus einem durchgehenden Seil, das so gelegt wird, dass es einem Seilverband aus 6 Seilen um eine Seileinlage bildet, gefertigt. Dabei werden die Seilenden so in das Gefüge gesteckt, dass die Durchsteckstellen und die Stossstellen sich gegenüber liegen. Die Grummets dürfen nur von Personen gefertigt werden, die durch Fachkenntnis und praktischer Erfahrung dafür qualifiziert sind. Die verwendeten Seile müssen aus 6 oder 8 Litzen bestehen. Die zu verwendenden Konstruktionen müssen sein:

6×7+FE (SE),  8×7+FE(SE), 6×19+FE (SE), 8×19+FE (SE), 6×36+FE (SE), 6×35+FE (SE), 6x37M+FE (SE)

nachzulesen im DIN EN Handbuch 59 Beuth

 

Kabelschlagseile, die einen Durchmesser von 60 mm überschreiten müssen mit Stahlseele gefertigt werden.

Die Grummete werden nach Umfanglänge gemessen. Der Umfang eines Grummets muss mindestens das 5-fache der Schlaglänge betragen. Die Schlaglänge muss mind. das 6-fache, aber höchstens das 7,5-fache des Seildurchmessers sein.

Die Stossstelle muss deutlich mit roter Farbe gekennzeichnet werden. An dieser Stelle darf der Grummet nie angeschlagen oder geknickt werden.

Die Tragfähigkeit eines Kabelschlaggrummets ist wie folgt zu berechnen:

WLL = \frac{12xFmin1xK}{9,80665xZp}

Fmin1 = die Mindestbruchkraft (MBK) des Seils in kN

12 = der Faktor mit dem die MBK multipliziert wird

K = der Verseilverlust (zur Zeit 0,9)

9,80665 = ist die Konstante für die Umrechnung in kN

Zp = ist der Sicherheitsbeiwert, bis 60 mm Ø = 5, von 60 – 150 mm = Zp = 6,33 – 0,022 d, ab 150 mm mindestens 3

Beispiel: Grummet 48 mm Ø gelegt aus 7 x 16 mm Ø 6×36+1FE 1960 N/mm², 12 m Umfang

WLL = \frac{12Fmin1=12x166kN = 1992xK=0,9= 1792,8kN}{9,80665xZp=5= 49,03}   = 36,56 t

 

Beispiel: Grummet 96 mm Ø gelegt aus 7×32 mm Ø / 6×36+1SE 1960 N/mm², 12 m Umfang

WLL=\frac{12Fmin1=12x715kN=8580kNxK0,9=7722kN}{9,80665xZp=6,33-0,022d=(1,98)=4,35=42,65}   = 181 t

(6,33-1,98=4,35)

 

Die Kennzeichnung des Grummets muss folgendes enthalten:

  1. Herstellerzeichen
  2. Grummet und Prüfbescheinigung müssen zugeordnet werden können
  3. Tragfähigkeit = WLL
  4. gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung CE mit Nummer

Jedes gefertigte Drahtseil, ob Anschlagseil oder Grummet muss dauerhaft gekennzeichnet werden.

 

E) Allgemeine technische Anmerkungen und Handhabungen von Drahtseilen

1. Messen von Drahtseilen

TIP#27

richtiges Messen                                      falsches Messen

des Drahtseildurchmessers

 

2. Richtige Wahl der Schlagrichtung bei folgendem Seillauf

richtige Schlagart gewährleistet einwandfreies Auflaufen der Seile auf die Trommel

TIP#25 neu

 

Nach den Regeln der Technik gilt grundsätzlich:

Linksgeschnittene Trommel bedingt rechtsgängiges Seil

Rechtsgeschnittene Trommel bedingt linksgängiges Seil

Kurzzeichen nach DIN: 3051

s/Z = Kreuzschlag rechtsgängig

z/Z = Gleichschlag rechtsgängig

z/S = Kreuzschlag linksgängig

s/S = Gleichschlag linksgängig

 

3. Abwickeln von Drahtseilen

TIP#28

 

4. Umtrommeln von Drahtseilen

Ein Umtrommeln darf nie im Sinne einer Gegenbiegung erfolgen, die nachfolgenden Skizzen sollen diesen Hinweis verdeutlichen.

Niemals von der Haspel oben zur Trommel unten oder von der Haspel unten zur Trommel oben.

TIP#26

Immer von der Haspel oben zur Trommel oben oder von der Haspel unten zur Trommel unten.

Um den Ablenkwinktel klein zu halten, sollte der Abstand zwischen Aufwickler und Abwickler so groß wie möglich gewählt werden. Ein Schleifen des Seiles auf Sand, Kies oder sonstigem rauhen Boden (Verschleiß oder grobe Verschmutzung) ist grundsätzlich zu vermeiden.

5. Allgemeine Berechnungen von Drahtseilen

Füllfaktor (f)

Verhältnis zwischen der Summe der metallischen Nennquerschnitte aller Drähte im Seil (A) und der Fläche (Au) des Kreises, der das Seil mit dem Nenndurchmesser (d) umschreibt.

f=\frac{A}{Au}

Metallischer Querschnitt (A)

Produkt aus dem Faktor für den metallischen Nennquerschnitt (C) und dem Quadrat des Seilnenndurchmessers.

A = C x {d_{}}^{2}

 

Mindestbruchkraft (Fmin)

Festgelegter Wert in kN, der von der in einer vorgeschriebenen Bruchkraftprüfung gemessenen Bruchkraft (Fm) nicht unterschritten werden darf und üblicherweise als Produkt aus dem Quadrat des Nenndurchmessers (d), der Seilfestigkeitsklasse (Rr) und dem Bruchkraftfaktor (K) berechnet wird.

Fmin=\frac{dhoch2xRrxK}{1000}

 

Rechnerische Bruchkraft (Fe.min)

Festgelegter Wert in kN, der durch die in einer Prüfung ermittelten Bruchkraft nicht unterschritten werden darf und üblicherweise als Produkt aus dem Quadrat des Seildurchmessers (d), dem Faktor für den metallischen Querschnitt (C) und der Seilfestigkeitsklasse (Rr) errechnet wird.

Fe.min=\frac{dhoch2xCxRr}{1000}

 

Wirkliche Bruchkraft (Fm)

Die nach einem vorgeschriebenen Verfahren im Test ermittelte Bruchkraft.

 

Rechnerisches Längengewicht (M)

Wert, der als Produkt aus dem Faktor für das rechnerische Längengewicht (W) und dem Quadrat des Seilnenndurchmessers errechnet wird.

M = W x d²

 

Tragkraft

Die Tragkraft der Seile errechnet sich aus der Mindestbruchkraft. Diese wird durch den für den jeweiligen Einsatzzweck vorgeschriebenen Sicherheitsfaktor geteilt.

Beispiel:  Sicherheitsfaktkor 5=\frac{Mindestbruchkraft}{5}

 

Tabelle Berechnungsfaktoren:

FC FC FC IWRC IWRC IWRC WSC WSC WSC
W1 C1 K1 W2 C2 K2 W3 C3 K3
6×7 0,345 0,369 0,332 0,384 0,432 0,359 0,384 0,432 0,388
6×19 0,359 0,384 0,330 0,400 0,449 0,356
6x19M 0,346 0,357 0,307 0,332 0,381 0,418 0,362
6×36 0,367 0,393 0,330 0,409 0,460 0,356
6x37M 0,346 0,357 0,295 0,381 0,418 0,319 0,381 0,418 0,346
8×36 0,348 0,357 0,293 0,417 0,468 0,356
18×7 0,382 0,328 0,401 0,433 0,328

K = Mindestbruchkraftfaktor

C = Faktor für den metallischen Nennquerschnitt

W = Faktor für das rechnerische Längengewicht

 

Bemessung der Seilrillen nach DIN 15020

Die Standzeit eines Drahtseiles steigt mit abnehmender Pressung zwischen Drahtseil und Rillen. Wir empfehlen, den Rillenhalbmesser (r) dem Nenndurchmesser (d) des aufgelegten Seiles möglichst gut anzupassen.

Empfohlen wird als Mindestwert:

r = 0,525 x d

Seitliche Ablenkung nach DIN 15020

Eine seitliche Ablenkung eines Drahtseiles aus der Rille vermindert die Standzeit und ist deshalb möglichst klein zu halten. Keinesfalls darf die seitliche Ablenkung größer sein als 4°. Nachteilig auf die Standzeit kann sich aber schon eine Ablenkung von 1° bemerkbar machen. Bei drehungsfreien und drehungsarmen Seilen sollte die Ablenkung nicht größer als 1,5° sein.

Hinweise und Pflege von Drahtseilen

Durch unsachmäßige Behandlung und mangelhafte Pflege, sowie durch äußere Einflüsse wird die Lebensdauer der Seile herabgesetzt. Folgendes ist besonders zu beachten:

  • Seile nie überlasten
  • keine ruckartigen Bewegungen
  • bei Rost oder großer Hitze ist zulässige Belastung herunter zu setzen
  • beim Heben scharfkantiger Gegenstände sind die Seile davor zu schützen (Kantenschoner, Holz, usw.)
  • Neigungswinkel über 60° sind nicht zulässig
  • stark verrostete Seile sind abzulegen
  • Seile nie knoten
  • Seile sollten in einem bestimmten Zeitabstand (je nach Belastung) geschmiert werden, dies erhöht die Lebensdauer
  • wird der Drahtseilnenndurchmesser um 10% oder mehr unterschritten, muss das Drahtseil abgelegt werden
  • bei folgender Anzahl von sichtbaren Drahtbrüchen ist ein Drahtseil abzulegen nach DIN 15020 – Blatt 2

Anzahl Drahtbrüche

F) Normseile nach DIN EN 12385

Normseile nach DIN EN gehören zu unserem Lieferprogramm. Die verschiedenen Konstruktionen der Normseile kommen in verschiedenen Anwendungsbereichen zum Einsatz.

Zum Beispiel:

  • bei verschiedenen Krananwendungen
  • bei Seilwinden und Seilzuggeräten  in der Architektur
  • als Anschlagseil für Hebezwecke
  • im Bergbau und im Maschinenbau
  • in der Schiffahrt
  • in der Medizin
  • und in vielen weiteren Bereichen

Die Seile werden wahlweise mit Einlagen aus Stahl oder mit Faserkern (Naturfaser oder Synthetik) gefertigt. Für Ihre Zwecke bieten wir alle Seile trocken, schwach gefettet oder stark gefettet an. Bei der Auswahl des passenden Schmierstoffes für Ihre Anwendung beraten wir Sie gerne über unsere Öle und Fette.